Duisburg - Bei der Landespolizei NRW häufen sich die Rechnungen und die Mahnungen. Die Behörde Landesamt für zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg hat intern bereits eine eigenes Postfach für Mahnungen eingerichtet. Der Grund dafür, dass mehr als 23.000 Rechnungen noch unbezahlt sind: Seit der Einführung eines neuen Rechnungswesen im Januar hakt es und es kommt zu erheblichen Verzögerungen.

Das betrifft Rechnungen von Firmen genau so wie Anträge der Polizisten auf Erstattung von Auslagen. „Jeder, der berechtigte Forderungen an die Polizei stellt, bekommt auch sein Geld“, betont LZPD-Direktor Rainer Pannenbäcker. „Es geht hier nicht um mangelnde Liquidität.“

Besonders im Blick hat das Landesamt dabei die Funktionsfähigkeit der Polizei. „Wir bearbeiten Tankrechnungen mit höchster Priorität.“ Jeden Tag gehen beim LZPD etwa 2300 Rechnungen ein. „Das tägliche Abarbeiten läuft mittlerweile, die Flut unbearbeiteter Rechnungen haben wir gestoppt“, sagte Pannenbäcker. Dafür werde derzeit im Schichtbetrieb und an Wochenenden gearbeitet.

Sprit wird zuerst bezahlt

Das LZPD hatte zur Unterstützung der Rechnungsbearbeitung seit Jahresbeginn einen externen Dienstleister engagiert. „Die Firma hat die vertraglich zugesicherten Leistungen aber nicht erbracht“, so Pannenbäcker. Deshalb habe man Anfang März die Zusammenarbeit gekündigt. Seit vergangener Woche sei eine neue Firma engagiert.

In den vergangenen Wochen hatten sich die Klagen von Unternehmen wie Polizeibeschäftigten über die verzögerte Rechnungsbegleichung gehäuft. Der Gesamthaushalt der NRW-Polizei beträgt mehr als drei Milliarden Euro im Jahr, es gibt über 30.000 Geschäftspartner. Bereits vor Einführung des neuen Systems hatte das LZPD die wichtigsten Geschäftspartner vorgewarnt. Anfang Februar folgte dann das Eingeständnis, dass die Behörde nicht zahlen könne wie gewohnt. (bce)