Düsseldorf - Die schwarz-gelbe Landesregierung in NRW will das Sprachniveau von Kindern in der Kita wieder überprüfen lassen. Das teilte Familienminister Joachim Stamp der „Rheinischen Post“ mit.

„Wir werden die Feststellung des Sprachstandes und die Sprachförderung verbindlicher machen und ein Instrument entwickeln, um das Sprachniveau für jedes Kita-Kind in NRW zu prüfen, bevor es in die Grundschule kommt.“

Rot-Grün ließ Kita-Erzieher die Sprache prüfen

Die vorherige Landesregierung aus SPD und Grünen führte 2014 ein, dass Erzieher in Kitas selbst die Sprachfähigkeit von Kindern einschätzen. Die folgende Förderung beruhte auf dieser Einschätzung. Dazu sagte Stamp: „Einige Einrichtungen machen das schon gut, aber eben nicht alle, und deshalb wollen wir flächendeckend für Verbindlichkeit sorgen.“

Laut Stamp sei die Sprachförderung einer der Schwerpunkte seiner Arbeit und müsse auf ein neues Niveau gehoben werden. Eine Herausforderung seien dabei nicht nur Kinder aus Flüchtlingsfamilien.

Er sagte, dass es „auch beim Alltagssprachgebrauch hiesiger Kinder Defizite gibt, das kann Folge von Reizüberflutungen und dem unreflektierten Umgang mit digitalen Medien sein.“ Wie der neue Test in NRW aussehen soll, steht dem Familienminister zufolge noch nicht fest: „Sicher ist, dass wir nicht den Delfin-Test wieder einführen, für den seinerzeit Grundschullehrer eigens in die Kitas kamen.“

Reform des Kinderbildungsgesetzes

Ziel der Landesregierung ist eine Reform des Kita-Gesetzes, die die Betreungsqualität verbessern und die Öffnungszeiten flexibilisieren soll. Allerdings sei der Bedarf an längeren Öffnungszeiten regional sehr unterschiedlich.

Stamp teilte dazu mit, dass „dort, wo die Nachfrage besteht, es die entsprechenden Angebote geben wird, etwa Öffnungszeiten bis 18 oder 19 Uhr.“ Wann das geplante „Kinderbildungsgesetz“ in Kraft treten wird, ließ der Familienminister offen: „Ob wir 2019/20 schon so weit sind oder noch ein weiteres Jahr brauchen, werden wir sehen.“ (red)