München - Wolfgang Heer und Anja Sturm können heute auf das aberdutzendfach praktizierte Ritual zu Beginn jedes Verhandlungstages verzichten. Sie brauchen sich nicht schützend vor Ihrer Mandantin aufzubauen, während sie den Kameraleuten und Fotografen den Rücken zuwendet. Am 191. Verhandlungstag sind keine Bildjournalisten im Gerichtssaal. Nur noch zweimal im Monat  sind Aufnahmen gestattet. So hat es der Strafsenat unter Vorsitz von Manfred Götzl auf Antrag der Zschäpe-Verteidigung angeordnet und im Konflikt zwischen Pressefreiheit und Persönlichkeitsschutz zugunsten der Hauptangeklagten entschieden. Und zunächst bis zur Osterpause wird statt dreimal nur zweimal verhandelt - ein Zugeständnis an die offenbar labilen psychischen Zustand der „Terroristen-Braut“, wie die 40-Jährige zu Beginn des NSU-Prozesses  vor 22 Monaten von manchen Medien tituliert worden ist.

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