München - Vor dem Oberlandesgericht München haben im NSU-Prozess, in dem sich Beate Zschäpe und fünf weitere Angeklagte u.a. wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung verantworten müssen, auch heute  Opfer des Nagelbomben-Anschlags in der Kölner Keupstraße 2004 das Wort. Geladen sind zehn Betroffene, die sich bei dem Attentat zum Teil schwere Verletzungen zugezogen hatten.

Vorgesehen ist am Nachmittag die Zeugenvernehmung des Friseurs Hasan Yildirim, vor dessen Salon das Fahrrad mit der auf dem Gepäckträger deponiertem Sprengladung abgestellt war. Obwohl vermutlich keiner der 22 Geschädigten konkrete Angaben über das Tatgeschehen machen kann und niemand den oder die mutmaßlichen Bombenleger gesehen hat, wird ihren Aussagen von den Nebenklage-Vertretern, aber auch vom Gericht große Bedeutung beigemessen. 

Die Bundesanwaltschaft lastet die Tat dem NSU-Trio an und hält  Zschäpes Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, die nicht mehr am Leben sind,  für die Ausführenden.

Mit kleineren Aktionen setzt auch die „Initiative Keupstraße ist überall“, die davon ausgeht, dass der NSU Hintermänner hatte, die zumindest logistische Hilfe geleistet haben, ihre Solidaritätskampagne in München fort.