An diesem letzten Verhandlungstag im Münchner NSU-Prozess lässt der Senat die Verfahrensbeteiligten und Zuhörer im vollbesetzten Saal A 101 einmal mehr warten. Beate Zschäpe, die im schwarzen Hosenanzug erschienen ist und ein buntes Tuch um den Hals trägt, scheint das aber nicht nervös zu machen. Sie spricht mit ihren Anwälten, scherzt, lächelt. Dann endlich, es ist kurz vor 10 Uhr, kommen mit halbstündiger Verspätung der Vorsitzende Richter Manfred Götzl und seine Beisitzer aus ihrem Beratungsraum und treten an den Richtertisch.

Die Anwesenden im Saal, die sich beim Eintreten des Senats erheben müssen, lässt Götzl stehen. Denn er kommt gleich zur Sache und verkündet im Namen des Volkes das Urteil: Lebenslang für Beate Zschäpe wegen mehrfachen Mordes und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, zehn Jahre Haft für Ralf Wohlleben und drei Jahre Jugendstrafe für Carsten S., jeweils wegen Beihilfe zum Mord, sowie drei beziehungsweise zweieinhalb Jahre Gefängnis für Holger G. und André E. wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.

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