Wiesbaden - Nein, die „Verhinderung von Strafverfolgung im Amt“ will der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sich nicht vorwerfen lassen. Dass Sebastian Edathy (SPD), Vorsitzender des Untersuchungsausschusses des Bundestages zur Neonazi-Mordserie, ihm genau das am Dienstag im ARD-Morgenmagazin vorhielt, sei eine „Unverschämtheit“, ließ er seinen Regierungssprecher Michael Bußer ausrichten.

Edathy beschuldigt Bouffier, noch in seiner Zeit als Innenminister die Ermittlungen nach dem Kasseler Neonazi-Mord vom April 2006 behindert zu haben. Der Internetcafé-Betreiber Halit Yozgat wurde mutmaßlich vom Neonazi-Trio Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) erschossen. Andreas T., damals Beamter des hessischen Verfassungsschutzes, surfte zur Tatzeit in dem Café, offenbar privat. Rund 20 Minuten nach dem Mord telefonierte Andreas T. mit einem Rechtsextremisten, den er als V-Mann führte.

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