Hamburg/Wiesbaden - Die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe soll in der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) eine deutlich wichtigere Rolle gespielt haben als bislang angenommen. Nach Angaben des Radioprogramms NDR Info erhebt das Bundeskriminalamt umfassendere Vorwürfe gegen sie als zunächst bekannt. BKA und der Generalbundesanwalt bestätigten dies am Donnerstag auf Anfrage nicht.

Zschäpe habe „in dieser terroristischen Vereinigung mindestens eine gleichberechtigte und strukturierende Rolle“ gespielt, berichtet der NDR und beruft sich dabei auf einen neuen BKA-Personenbericht über die Inhaftierte. Sie sei nicht nur für die Brandstiftung in der Zwickauer Wohnung des Trios verantwortlich. Sie sei auch maßgeblich beteiligt gewesen am NSU-Bekennervideo. Darin hatte sich der NSU zu neun Morden an türkisch- und griechischstämmigen Geschäftsleuten und zum Mord an einer Heilbronner Polizistin bekannt.

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Außerdem soll Zschäpe die Beute und das Bargeld der sogenannten Zwickauer Zelle verwaltet haben. Das gehe aus Funden in der Wohnung des Trios hervor. „Auffällig sei für viele Zeugen gewesen, dass sämtliche Dinge, die sich das 'Trio' leistete, immer von Beate Zschäpe und mit Bargeld bezahlt worden seien“, zitiert der NDR aus dem Bericht.

Die Bundesanwaltschaft hält nach eigenen Angaben vom Donnerstag bislang den Tatvorwurf Mitglied in einer terroristischen Vereinigung und schwere Brandstiftung aufrecht. Es werde aber weiter ermittelt, hieß es in Karlsruhe. Die 37-Jährige schweigt zu den Vorwürfen. Die beiden anderen mutmaßlichen Neonazi-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos sind inzwischen tot. (dpa)

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