Ganesha, der Gott mit dem Elefantenkopf, soll Glück bringen – er räumt Hindernisse aus dem Weg.
Foto: Imago Images

BangkokAn einem Schrein für den Hindu-Gott Ganesha gießen Frauen eine knallrote Flüssigkeit in Becher und überreichen sie wartenden Gläubigen. Die positionieren die leuchtenden Drinks ehrfürchtig vor einer Statue des Gottes mit dem Elefantenkopf. „Ganesha mag das“, sagt eine Frau, die den roten Trank auf dem Huai Kwang Night Market in Bangkok verteilt. Der auch von Buddhisten verehrte Gott gilt als Beseitiger von Hindernissen – und als extrem naschhaft. Wo in Thailand ein Schrein steht, sind Gläschen, Tassen und Flaschen mit rotem Inhalt nicht weit. Am populärsten ist Erdbeer-Fanta, denn die Götter scheinen eine Schwäche für zuckersüße Limo zu haben. 

Aber was hat es mit dem kuriosen Brauch auf sich? Der Glaube an Götter und Geister gehört ebenso zur Kultur des südostasiatischen Landes wie Kickboxen und Go-Go-Bars. Buddhismus und Animismus gehen dabei Hand in Hand. Die Darbringung von Opfergaben, um die übernatürlichen Wesen gütig zu stimmen, ist Teil des Lebensstils vieler Thais. Blumen, Obst und Reis sind traditionell beliebte Geschenke, mittlerweile gehört aber auch rote Fanta fest zur Präsentpalette – samt Strohhalm, der in Richtung der Geister platziert wird. Bleibt noch anzumerken, dass die kleinen Flaschen nie leerer werden.

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