„Wir müssen in die Zukunft schauen, und dafür brauchen wir wirklich strukturelle Reformen“, appellierte der ehemalige Präsident Barack Obama in einer Videobotschaft. 
Foto: imago images

WashingtonMonatelang haben drei alte weiße Männer die Politik der USA bestimmt. Donald Trump von den Republikanern sowie Bernie Sanders und Joe Biden, die darum gerungen haben, wer im November als demokratischer Herausforderer des Präsidenten auf dem Wahlzettel stehen wird. Joe Biden hat sich durchgesetzt, und nun ist ein weiterer Mann auf den Plan getreten. Immerhin noch keine 60 Jahre alt und kein Weißer: Barack Obama.

Hier lesen Sie: Trump-Herausforderer: Biden gewinnt Vorwahlen in Alaska >>

Der immer noch populäre Vorgänger Trumps im Weißen Haus hatte sich in den vergangenen Monaten rargemacht in der Öffentlichkeit. Er wollte sich in den Vorwahlkampf der Demokraten nicht einmischen, obwohl völlig klar war, mit wem er sympathisiert: Mit Joe Biden, der acht Jahre lang sein Vizepräsident war. Nun hat er den Amerikanern in einem Video auch offiziell mitgeteilt, dass er Biden im Wahlkampf unterstützen werde.

Partei hinter Präsidentschaftskandidaten versammeln

Das Überraschende war also nicht diese Ankündigung selbst, sondern die damit verbundene Botschaft. Es werde nicht reichen, einfach zu den Verhältnissen wie in der Zeit vor Trump – den er mit keinem Wort erwähnte – zurückzukehren, sagte Obama. „Wir müssen in die Zukunft schauen, und dafür brauchen wir wirklich strukturelle Reformen.“ Er nahm damit die Wortwahl Bernie Sanders auf, dem Favoriten des linken Parteiflügels. Das war ein wichtiges Signal, um die Partei hinter ihrem Präsidentschaftskandidaten zu versammeln.

Video: YouTube

Sanders hatte dazu tags zuvor bereits einen ersten Schritt unternommen, indem er Biden demonstrativ seiner Unterstützung versicherte und seine Anhänger aufforderte, es ihm gleichzutun.

Damit ziehen die Demokraten die Konsequenz aus dem Wahlkampf vor vier Jahren, als Sanders und seine Anhänger die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton nur halbherzig bis gar nicht unterstützt haben, was zum Wahlsieg Trumps beitrug. Sogar die Wortführerin der jüngeren radikalen Strömungen in der Partei, die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, äußerte sich in dem Sinne. Es sind also doch nicht nur alte weiße Männer, die das Sagen haben.