Linz - Oberösterreichs Landeshauptmann (Ministerpräsident) Thomas Stelzer zieht nach einem Gipfeltreffen mit Bundesgesundheitsminister Wolfgang Mückstein am Mittwoch die Notbremse. Ab Montag gilt im ersten österreichischen Bundesland ein Lockdown für Ungeimpfte. Stelzer sagte am Donnerstag in Linz: „Wir haben den Spielraum nicht mehr, abzuwarten, ob die gesetzten Maßnahmen greifen.“ Hinzu kommen weitere Verschärfungen, wie etwa die FFP2-Maske in sämtlichen Innenbereichen. Außerdem werden Veranstaltungen für mindestens drei Wochen ausnahmslos abgesagt – sowohl für Geimpfte als auch für Ungeimpfte. Sollte sich die Lage danach stabilisieren, wäre eine Öffnung für Geimpfte auf 2G-Basis denkbar. Ein allgemeiner Lockdown sei derzeit nicht vorgesehen. 

Er sei sich klar, dass die Maßnahme das Land weiter spalten werde, sagte Stelzer. Er sagte, dass zwei Drittel in Oberösterreich geimpft seien, im Mittelpunkt der Debatte jedoch stets nur die Ungeimpften stünden, die der Landeshauptmann mit dem abwerteten Begriff „Schlawiner“ bedachte. Darunter versteht man in Österreich eine Person, die sich durch Lug und List hinterhältig Vorteile verschafft. 

In Bayern schlägt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ebenfalls einen Lockdown für Ungeimpfte vor. Söder will flächendeckende Zugangsverbote für Ungeimpfte einführen.