Berlin - In diesen Tagen kann man sich beim Thema Impfen nur noch an den Kopf fassen. In einem Brandenburger Heim sterben 12 Menschen an einer Corona-Infektion und hinterher stellt sich heraus, dass nur die Hälfte der Pflegekräfte geimpft ist. Das könnte ein schlimmer Einzelfall sein, aber der ist es nicht. In Bad Doberan, Mecklenburg-Vorpommern sind gerade 17 Bewohnerinnen und Bewohner gestorben, die Impfquote beim Pflegepersonal: 25 Prozent. Es gibt weitere Beispiele in anderen Bundesländern.

Ehrlich, da fehlt einem jedes Verständnis. Und es ist auch völlig egal, ob diese Ausbrüche nun konkret von den dort beschäftigten Mitarbeitern verursacht wurden. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen gegen Corona geimpft sind, sagen Mediziner wie Kommunalpolitiker. Ist es aber nicht. Und deshalb muss es endlich eine Impfpflicht fürs Personal in solchen Einrichtungen geben.

Wir wissen, dass der Impfschutz nachlässt – besonders bei alten Menschen – und dass sie ein enormes Risiko für schwere Verläufe tragen. Es ist klar, wie rasant sich Corona-Infektionen in Heimen ausbreiten. Es gibt genug Impfstoff und das viele Wissen. Zum Beispiel, dass ungeimpfte Menschen eine vielfach höhere Viruslast übertragen können und dass Tests nur eine Aussagekraft zum Testzeitpunkt haben.

Es ist das größte Versagen der Politik in Bezug auf Corona, dass nicht gleich eine Impfpflicht für Fachkräfte in allen medizinischen Einrichtungen festgelegt wurde. Wer sich nicht impfen lassen will, sollte dort nicht arbeiten können. Dass die Politik jetzt noch rumeiert, wo die Infektionszahlen gerade rasant steigen, ist ein Skandal.