Berlin - Seit Monaten liegt die SPD in Umfragen mit 15 Prozent weit abgeschlagen hinter der Union und den Grünen. Am Sonntag fand der erste digitale SPD-Bundesparteitag statt – und es wurde zur Aufholjagd geblasen. 600 Delegierte stimmten online über das SPD-Zukunftsprogramm ab und kürten Olaf Scholz mit 96,2 Prozent offiziell zum Kanzlerkandidaten. Der Bundesfinanzminister ist nun oberster Hoffnungsträger. Er soll als ruhiger und routinierter Politiker, so die Hoffnung der SPD, den Kontrahenten Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) die Stirn bieten. Man habe vielleicht keine guten Chancen aufs Kanzleramt, hieß es am Sonntag, aber die kleine Chance werde man nutzen. Und überhaupt: Aufholjagd könne die SPD. Generalsekretär Lars Klingbeil sagte, es gehe nun darum, „die Beliebtheitswerte und die Kompetenzwerte, die Olaf Scholz hat, auf die SPD zu übertragen“.

Und so warteten die Delegierten besonders auf ihn und seine Rede: Olaf Scholz, der für sich und seine Partei warb, aber vorher den historischen Corona-Einschnitt thematisierte und die Menschen lobte, die in dieser schweren Zeit Großes geleistet hätten. Die SPD habe einen klaren Plan für die Zukunft, sagte Scholz, der sehr ernst wirkte und teilweise ungewohnt emotional auftrat. 

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