Niederwörresbach/ Herrstein - Wie die Obduktion der Leiche ergab, ist das zweijährige Kind an massiven Schnittverletzungen am Hals gestorben. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag in Trier mit. Dringend tatverdächtig ist die 55 Jahre alte Großmutter, sie soll ihre eigene Enkelin mit einem Messer tödlich verletzt haben. Die Frau war nach Angaben eines Polizeisprechers betrunken gewesen. Das zuständige Amtsgericht Bad Kreuznach hat Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags erlassen.

Die Eltern der Zweijährigen wohnten offenbar im selben Haus wie die Großeltern, hatten das Kind vorübergehend bei Oma und Opa zur Aufsicht gelassen. In der Nacht zum Sonntag fand dann der Großvater das schwer verletzte Kind in der Wohnung und alarmierte die Polizei. Doch jede Hilfe für das kleine Kind kam zu spät. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Die Großmutter ließ sich ohne Widerstand festnehmen. Wie sich die Tat genau abspielte, war aber zunächst weiter unklar.

Familie im Ort kaum integriert

Niederwörresbach ist eine kleine Gemeinde in der Verbandsgemeinde Herrstein (Kreis Birkenfeld) im Hunsrück - knapp 60 Kilometer von Trier entfernt, mit knapp 1000 Einwohnern, bekannt für sein Edelstein-Aufkommen. Bislang ein idyllisches Plätzchen - nun wurde diese Ruhe jäh zerstört. Die Bewohner sind entsetzt. Bürgermeister Uwe Weber sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Es ist so, dass sicherlich alle geschockt sind, welches Drama sich hier abgespielt hat.“ Er wolle allerdings keine Vorverurteilungen abgeben. Weber sagte: „Das hat die Menschen in der Region schon mehr als berührt.“ Das „Kässchmierlecker“-Fest in Niederwörresbach wurde am Wochenende abgesagt. Der Bürgermeister strich am Montag auch den Besuch eines Festes in Idar-Oberstein. „Da sitzt der Schock zu tief. Wir können nicht von einem auf den anderen Tag zum Feiern übergehen.“

Über die Familie und mögliche Hintergründe der Tat konnte auch der Ortsbürgermeister keine Angaben machen. Die Familie lebe seit etwa zehn Jahren in dem Ort, sei in der Gemeinde kaum integriert und öffentlich so gut wie nie in Erscheinung getreten, sagte Weinz. Die Polizei hatte das Haus am Sonntagnachmittag noch abgesperrt. (dpa, dapd)