Kabus bin Said al-Said, Sultan von Oman ist gestorben.
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MaskatNach dem Tod des omanischen Sultans Kabus bin Said tritt Haitham bin Tarik al Said die Nachfolge des Herrschers an. Das berichtete die omanische Nachrichtenagentur Ona am Samstag. Er war bisher Kulturminister des Landes und ist der Cousin des Verstorbenen. Haitham bin Tarik kündigte nach seiner Vereidigung an, er wolle in der Außenpolitik den Kurs der Nichteinmischung fortsetzen. „Mit großem Kummer und tiefer Trauer beklagt das Königshaus Seine Majestät Sultan Kabus bin Said, der am Freitag verstorben ist“, hieß es in der offiziellen Erklärung.

Der Verteidigungsrat öffnete in Anwesenheit von Mitgliedern der Herrscherfamilie einen Brief von Kabus. Dort war der letzte Wille des Verstorbenen hinterlegt - seine Nachfolge.

Sultan Kabus war am Freitag Medienberichten zufolge im Alter von 79 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Es wurde eine dreitätige Staatstrauer ausgerufen. Tausende Menschen versammelten sich am Samstag in der Großen Moschee von Maskat zur Trauerfeier. Mehrere Männer trugen seinen Sarg und bahnten sich den Weg durch die Trauernden, wie das Staatsfernsehen berichtete. Anschließend wurde der Sultan auf dem königlichen Friedhof von Oman beigesetzt. 

Soldaten tragen den Sarg des omanischen Sultans Kabus bin Said al-Said durch die Menge in eine Moschee.
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Kabus hatte das Sultanat Oman 50 Jahre regiert

Kabus hatte das Sultanat Oman fast 50 Jahre im Alleingang regiert. Er hatte weder Kinder noch Brüder. In dem muslimisch geprägten Land im Südosten der Arabischen Halbinsel, das fast so groß wie Deutschland ist, leben knapp fünf Millionen Menschen.

Unter der Herrschaft von Kabus entwickelte sich der Oman mit Hilfe von Öleinnahmen zu einem modernen und stabilen Staat. Der arabische Aufstand 2011 ging fast spurlos an dem Sultanat vorbei. Menschenrechtler beklagen jedoch fehlende Meinungsfreiheit und die Verhaftung von Regierungskritikern in dem autokratisch regierten Land. International positionierte Kabus den Oman als Vermittler zwischen dem Iran und dem Westen, aber auch im Jemen-Konflikt.

Der Oman gilt auch als Staat, der inoffiziell Kontakte zu Israel pflegt. Im April hatte er die arabischen Staaten dazu aufgerufen, sich um ein Ende der israelischen Existenzängste zu bemühen. 

Kabus, der am 18. November 1940 geboren wurde, hatte sich immer wieder in Garmisch-Patenkirchen aufgehalten, wo er ein Anwesen besaß. Er war Mitte Dezember auch noch ins belgische Löwen gereist, um sich im dortigen Universitätskrankenhaus behandeln zu lassen. 

EU sagt Oman weitere Zusammenarbeit zu

Die Europäische Union sicherte dem Oman nach dem Tod des Sultans die weitere Zusammenarbeit zu. In einem gemeinsamen Beileidsschreiben versicherten ranghohe EU-Politiker am Samstag: „Die Europäische Union wird weiter an der Festigung einer starken und dauerhaften Partnerschaft mit dem Sultanat Oman und seiner Bevölkerung arbeiten.“