Am Mittwoch hat Oskar Lafontaine im saarländischen Landtag seine Abschiedsrede gehalten. Der 78-Jährige zieht sich aus der aktiven Politik zurück. Er nutzte die Gelegenheit für eine Rede gegen den Krieg. Darin spricht er vom Zweiten Weltkrieg, den sein Vater nicht überlebte, von Vietnam und dass Russland Putin überleben werde.

Kurz nach dem der ukrainische Präsident am Donnerstag per Videoschalte davon gesprochen hat, wie sein Land gerade versucht, Putin zu überleben, wird bekannt, dass Lafontaine auch aus der Linkspartei austritt, die er 2007 mitbegründete. Als Grund gibt er an, dass sich die Partei von ihren Grundidealen entfernt haben. Sie sei mittlerweile eine Partei, in der die Interessen der kleinen Leute nicht mehr im Vordergrund stünden, ebenso wenig wie eine „auf Völkerrecht und Frieden orientierte Außenpolitik“.

Sein Parteiaustritt ist aber auch der Endpunkt eines Machtkampfs in der saarländischen Linken, der so weit ging, dass gegen Lafontaine ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet wurde, weil er vor der Bundestagswahl dazu aufgerufen hatte, die Linke nicht zu wählen. Mit seinem Austritt eine Woche vor der Landtagswahl am 27. April erweist er der Linken einen letzten schlechten Dienst.

Denn das ist das Drama von Oskar Lafontaine: Seiner unleugbaren Begabung als Politiker stand immer wieder sein Hang zur Rechthaberei und auch seine Eitelkeit im Wege. Wenn er geht, dann mit einem Knall. Das hat er 1999 so gemacht, als er von einem Moment auf den anderen den Job als Finanzminister und alle seine Parteiämter hinwarf – und nun macht er es wieder. Mit dem Unterschied, dass sein Rückzug heute eher beiläufig zur Kenntnis genommen wurde. Es gab Wichtigeres, siehe oben. Lafontaine ist nun im Ruhestand. Als Politiker ist er – so bitter das nach 50 Jahren sein mag – gescheitert.