Berlin - Andrea Nahles war nicht in Eile. Geduldig wartete die Sozialministerin Anfang der Woche, bis alle Kameras in ihre Richtung ausgerichtet waren. Immerhin galt es einen neuen Rekord am Arbeitsmarkt zu verkünden. Gerne wollte die SPD-Politikerin auch Fragen beantworten. Nur diese nicht: „Was sagen Sie zu der Meldung, dass die Ost-Renten zu hoch sind?“, wollte ein Journalist wissen. „Nichts“, antwortete die Ministerin, drehte sich stumm zur Seite und war in Windeseile verschwunden.

Kaum ein Thema ist politisch derart brisant wie die Ost-West-Relation der Renten. Dass die Rechengrößen für die gesetzliche Altersversorgung 25 Jahre nach der Vereinigung in den „alten“ und den „neuen“ Bundesländern immer noch unterschiedlich sind, ist nicht nur politisch ein Ärgernis. Die Frage ist auch hoch emotionalisiert. Schließlich wirkt es auf den ersten Blick skandalös, dass der Rentenwert, der Basis für die Berechnung des Ruhegeldes ist, im Osten mit 27,05 Euro immer noch gut zwei Euro unter dem Westen liegt. Die Linkspartei fordert lauthals, diese Differenz müsse beseitigt werden und kann dabei auf den Beifall ihrer Anhänger rechnen.

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