Warschau/Sopot - Miłosz Grabowski lässt die Drohne tiefer tauchen. Quallen schwimmen vor ihre Linse und reflektieren das Scheinwerferlicht. Grabowski, ein Mittdreißiger in T-Shirt und Brille, sitzt im Unterdeck des Forschungsschiffs „Oceania“ und starrt auf das Bild, das die Drohne überträgt. Er sieht aus wie ein Gamer. Auf seinen Knien liegt die Fernbedienung, mit der er die Drohne auf die Zielkoordinaten zusteuert.

An Bord der „Oceania“ wartet ein Dutzend Wissenschaftler auf das Ergebnis der Tauchfahrt. Sie haben den ganzen Tag auf diesen Moment hingearbeitet, haben den Meeresgrund mit einer Sonde gescannt und die Bilder nach Objekten abgesucht. Neunzig Meter unter ihnen wirbelt die Drohne Sedimente auf. Von Leben ist hier, an einer der tiefsten Stellen der Ostsee, kaum eine Spur mehr. Die Drohne soll auch kein Leben finden, sondern eine Senfgasbombe.

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