Ein Mann sitzt bei sonnigem Wetter in einem Strandkorb an den Promenade.
Foto: dpa/Carsten Rehder

BerlinCorona verdirbt vielen Deutschen die Urlaubslaune. Dabei werben Länder rund ums Mittelmeer um Touristen – mit mäßigem Erfolg, wie die leeren Strände auf Mallorca zeigen. Die Urlauber sind vorsichtig. Und das nicht ohne Grund. Griechenland-Reisende müssen beispielsweise damit rechnen, vor Ort auf Corona getestet zu werden. Fällt der Test positiv aus, droht eine 14-tägige Quarantäne – womit der Urlaub schon zu Ende wäre, bevor er begonnen hat.

Berliner, die bisher noch keinen Urlaub gebucht haben, haben immerhin das Glück, dass die Ostsee quasi direkt vor den Stadttoren liegt. Allein Mecklenburg-Vorpommern bietet 2000 Kilometer Strand und damit genügend Platz, um Abstand zu halten. Und während es normalerweise um diese Zeit nahezu unmöglich ist, noch ein freies Zimmer  zu bekommen, müssen Urlauber ausgebuchte Hotels in diesem Jahr nicht fürchten.

Die Ostsee ist besonders bei 20- bis 30-Jährigen gefragt

„Natürlich haben wir eine stärker werdende Nachfrage, aber noch immer genügend freie Plätze“, sagt Petra Sowada, Director of Business Development der Seetel Hotels auf Usedom. Zugenommen habe insbesondere die Nachfrage aus der Altersgruppe der 20- bis 30-Jährigen.

Dass viele Menschen ihren Urlaub statt auf Mallorca nun an der Ostsee verbringen, kann Marikke Behrens, Pressesprecherin des Ostseebads Binz auf Rügen, bestätigen. „Die Besucherzentren berichten, dass in den vergangenen Wochen viele Menschen zu uns gekommen sind, die sonst eher ins Ausland geflogen wären“, sagt Behrens. Viele der Gäste seien in diesem Jahr zum ersten Mal im Ostsee-Urlaub.

Die Besucherzahlen nehmen zu

Auch Wolfgang Waldmüller, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern, bestätigt gegenüber der Berliner Zeitung, dass die Besucherzahlen zunehmen. „Mecklenburg-Vorpommern ist stark nachgefragt, aber dadurch, dass wir landesweit aufgrund der aktuellen Beschränkungen noch nicht alle Kapazitäten am Markt haben, sprechen wir nicht von einem Besucheransturm.“ Insgesamt erwartet der Verband im Zeitraum der Sommerferien rund vier Millionen Gäste. Punktuell sei daher mit einem hohen Gästeaufkommen zu rechnen. „Aber momentan ist die Lage entspannt.“

Auch Sowada bestätigt, dass die Anfragen immer kurzfristiger werden. Corona verstärke diesen Effekt. „Immer weniger Menschen kümmern sich heute schon um den Urlaub im nächsten Jahr. Selbstverständlich sind daher auch in vier Wochen noch Zimmer verfügbar.“

Wir tun alles dafür, dass wir mit der Einhaltung der Schutzstandards einer weiteren Ausbreitung des Virus entgegenwirken.

Wolfgang Waldmüller, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern

Urlauber sollten sich über die vor Ort geltenden Corona-Regeln informieren. „Das Reisen in der Pandemie birgt Risiken“, mahnt Wolfgang Waldmüller. „Aber wir tun alles dafür, dass wir mit der Einhaltung der Schutzstandards einer weiteren Ausbreitung des Virus entgegenwirken.“

In Mecklenburg-Vorpommern kann anders als in Schleswig-Holstein nur Urlaub machen, wer vorab eine Übernachtung gebucht hat. Tagestouristen und Gäste aus Risikogebieten dürfen nicht in die Urlaubsregion einreisen. Daneben gelten Abstandsregeln am Strand und im Wasser, in Hotels und Restaurants, Großveranstaltungen sind verboten. Eine Maskenpflicht im Freien, wie sie ab diesem Wochenende auf Mallorca gelten soll, brauchen Ostsee-Urlauber aber nicht zu fürchten.