Otto Warmbier: Vater des nach Haft in Nordkorea gestorbenen Studenten nimmt an Olympia-Eröffnung in Südkorea teil

Washington - Der Vater des nach Inhaftierung in Nordkorea gestorbenen US-Studenten Otto Warmbier wird zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele nach Südkorea reisen. Wie die „Washington Post“ am Sonntag berichtete, wird Fred Warmbier als Gast von US-Vizepräsident Mike Pence die Show am 9. Februar vor Ort in Pyeongchang verfolgen.

Pence selber will an diesem Montag zu einer fünftägigen Reise nach Japan und Südkorea aufbrechen und als Höhepunkt die US-Delegation bei der Olympia-Eröffnungsfeier (Beginn 12.00 Uhr MEZ) leiten.

Otto Warmbier zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt

Der damals 21-jährige Otto Warmbier hatte Ende Dezember 2015 im Vorfeld eines Gaststudiums in Hongkong mit einer Reisegruppe Nordkorea besucht. Bei seiner Ausreise wurde er festgenommen und wegen „feindlicher Handlungen gegen den Staat“ zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt.

Hintergrund des im Westen als Schauprozess verurteilten Verfahrens war, dass er sich auf einem Hotelflur ein an der Wand hängendes Propagandaposter angeeignet hatte.

Im Juni vergangenen Jahres wurde Warmbier aus medizinischen Gründen in die USA entlassen. Wie sich herausstellte, hatte er da bereits 15 Monate lang im Koma gelegen. Er starb wenige Tage später in seiner Heimat.

Warmbier-Eltern waren Gäste bei Trumps „State of the Union“

US-Präsident Donald Trump hatte Warmbiers Eltern bereits als Ehrengäste zu seiner Rede zur Lage der Nation eingeladen, die er vor knapp einer Woche im Kongress hielt. Trump hat den Studenten wiederholt als Beispiel für eine Nordkorea zur Last gelegte brutale und aggressive Staatsführung genutzt, die sich auch in Pjöngjangs Atomwaffen-Programm widerspiegele. (dpa)