Berlin - Weihnachten ist ein Fest der Geheimnisse und der Ansprachen. Das ist auch im Corona-Jahr nicht anders. Allerdings haben die Ansprachen bereits vor Wochen begonnen, und sie werden nicht mit Heiligabend enden: Gemeint sind Reden von Regierungschefs und Staatspräsidenten, von Kirchenführern und Ärztevereinigungen: Abstand, Händewaschen, Mund-Nasen-Schutz. AHA heißt die neue Parole. Politiker aller Couleur beschwören die Menschen, sie mögen sich wohlverhalten. Es bleibt nicht bei den Reden: Der politische Raum ist weit in den privaten Raum vorgedrungen. Jesus hätte unter Pandemie-Regeln nicht Mensch werden können. Die Hirten hielten keinen Abstand, und die Heiligen Drei Könige kamen aus mehr als zwei Haushalten. Unser soziales Leben ist wie in eine andere Zeit verrutscht. Wir atmen erleichtert auf, wenn wir aus Berliner Polizeikreisen munkeln hören: Die Sicherheitsbeamten werden am Heiligen Abend darauf verzichten, in den Wohnungen zu kontrollieren, wer sich da versammelt. Den Reden der Politiker folgen Taten. Gefühlige Worte reichen nicht zur Durchsetzung. Die Maßnahmen sind teilweise widersprüchlich. Es erfordert ein gewissenhaftes Studium, um sie befolgen zu können.

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