Das „International Consortium of Investigative Journalists“ (ICIJ) hat unter dem Titel „Pandora Papers“ am Sonntag einen Bericht veröffentlicht, demzufolge zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie Prominente Steuern über Offshore-Firmen hinterziehen. Die Auswertung von knapp zwölf Millionen Dokumenten von Anbietern von Offshore-Finanzdienstleistungen belasten demnach mehr als 330 Politiker und Amtsträger weltweit, darunter 35 amtierende und frühere Staats- und Regierungschefs. Sie sollen über Briefkastenfirmen heimliche Geschäfte in beträchtlichem Umfang gemacht haben. Die Pandora Papers folgen der Tradition von anderen Enthüllungen über Steuergeheimnisse wie etwa den „Panama Papers“, die vor einigen Jahre für Aufsehen gesorgt hatten. In der Regel haben solche Enthüllungen die Konsequenz, dass sich die Finanzbehörden mit dem Material beschäftigen. Ob dann auch Verdächtige vor Gericht oder gar im Gefängnis landen, ist allerdings eine andere Frage. In der Regel geraten Politiker unter innenpolitischen Druck, weil ihnen das Aufscheinen auf solche Listen von den politischen Mitbewerbern vorgehalten wird. Vor allem in autokratischen Staaten blieben solche Enthüllungen meist ohne Folgen. Allerdings haben dies mittlerweile auch global Bedeutung: Vor allem die US-Ermittler haben ein Interesse, Geldwäsche-Aktivitäten in aller Welt zu enttarnen. Weil der US-Dollar die Leitwährung der Weltwirtschaft ist, haben US-Behörden auch exterritorial viele Zugriffsmöglichkeiten. So gab es vor einigen Jahren eine Razzia beim Weltfußballverband FIFA durch FBI-Einheiten. Auch Sanktionen gegen genannte Personen können eine Folge der Enthüllungen sein.

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