Papst Franziskus.
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VatikanstadtPapst Franziskus hat die Möglichkeit abgeschafft, sich bei Fällen von sexuellem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche auf Geheimhaltung zu berufen. Der Vatikan teilte am Dienstag mit, das sogenannte päpstliche Geheimnis habe in Missbrauchsfällen keine Gültigkeit mehr. 

Die Maßnahme führt nach Angaben der Vatikanischen Medienplattform Vaticannews dazu, dass Aussagen in Kirchenprozessen auch an zivile Behörden gehen. Das „päpstliche Geheimnis“ soll im Vatikan grundsätzlich die Vertraulichkeit sensibler Informationen garantieren.

Missbrauch von Kindern führte Kirche in schwere Krise

Zudem veranlasste der Papst eine Änderung beim Alter von Kindern, die Opfer von pornografischen Darstellungen sind: Es gehört nun zu den schwersten Straftatbeständen, wenn diese Bilder von Kindern im Alter von bis zu 18 Jahren verbreitet oder besessen werden. Bisher war das Höchstalter 14 Jahre.

Die Entscheidung ist eine Folge des Anti-Missbrauchsgipfels im Vatikan im Februar, zu dem der Papst alle Bischöfe der Welt geladen hatte. Der Erzbischof von Malta und einer der engsten Papst-Berater beim Thema Missbrauch, Charles Scicluna, sprach von einer „epochalen“ Entscheidung.

Der massenhafte Missbrauch von Kindern hatte die katholische Kirche in eine ihrer schwersten Krisen gestürzt. Schon Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. kündigte totale Transparenz an, was viele Kritiker aber immer noch nicht für durchgesetzt halten.