Rom - Wer wird Benedikts Nachfolger? Die Kardinäle der katholischen Kirche kommen heute zur Vorbereitung der Wahl eines neuen Papstes in Rom zusammen. Die über 200 Kardinäle wurden in einem Brief offiziell dazu aufgefordert, sich in Rom zu versammeln. An der Wahl des neuen Papstes werden nach derzeitigem Stand 115 Kardinäle teilnehmen, die jünger als 80 Jahre sind. Von deutscher Seite sind sechs Kardinäle wahlberechtigt.


Die Kardinäle beraten auch über den Beginn des Konklaves, mit einer Entscheidung wird am Montag aber noch nicht gerechnet. Gegen eine vorgezogene Papstwahl gibt es auch kritische Stimmen. So hat sich unter anderem der deutsche Kardinal Walter Kasper dagegen ausgesprochen, das anstehende Konklave zur Wahl des neuen Papstes vorzuziehen. „Sich kennenlernen braucht Zeit, die Papstwahl sollte man nicht übers Knie brechen“, sagte Kasper der „Stuttgarter Zeitung“ (Montagsausgabe). Das Konklave bestehe nicht aus Hinterzimmergesprächen, wie es oft dargestellt werde. „Da finden auch keine Absprachen statt, die sind sowieso verboten, aber man kommt untereinander ins Gespräch, man lernt sich gegenseitig - auch nonverbal - kennen und einschätzen.“


Benedikt XVI. hatte am 28. Februar seinen Rücktritt vollzogen. Kurz zuvor erließ er ein Dekret, das ein Vorziehen des Konklaves erlaubt. Nach den zuvor geltenden Regeln hätte es zwischen dem 15. und 20. März beginnen müssen. Nach dem Willen des Vatikans soll es bis Ostern einen neuen Papst geben. (afp/dpa)