Helge Braun, Staatsminister im Bundeskanzleramt, deutete bei einer Pressekonferenz im Jahr 2019 auf ein Modell des geplanten Erweiterungsbaus des Bundeskanzleramts. 
Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin - Keine Angst, es geht nicht um die Zitterkrankheit, an der Hitler am Ende gelitten haben soll, sondern um das Parkinson’sche Gesetz, das wir dem schlauen und beobachtungsfreudigen britischen Kolonialbeamten Cyril N. Parkinson verdanken. Es handelt von der automatischen Aufblähung von Verwaltungen und führt direkt zu den Plänen für einen „Anbau“ am nicht gerade kleinen Bundeskanzleramt.

Angela Merkel möchte 400 neue Büros schaffen, und zwar zum Quadratmeterpreis von 18.500 Euro (gemäß einer Schätzung von 2019). Insgesamt rechnet man bis zur Fertigstellung 2027 mit 600 Millionen Euro für den „Anbau“. Dieser soll sich jenseits der Spree erstrecken und - durch zwei Kanzlerbrücken verbunden - den „Bestandsbau“ mit lächerlichen 25.000 Quadratmetern Nutzfläche um weitere 25.000 Quadratmeter ergänzen. Die Begründung lautet: Seit dem Einzug in das nach Maßgaben von Helmut Kohl errichtete, 2001 von Gerhard Schröder bezogene Kanzleramt, hat sich die Anzahl der Mitarbeiter von 410 auf 750 erhöht, bezeichnet als „unabweisbarer Personalaufwuchs“. Aber werden wir deshalb besser regiert als vor 29 Jahren?

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