Peking: Chinese baut illegale Villa in der 27. Etage

Ein künstlich angelegter Berg mit Bäumen, Büschen, Grasflächen und riesigen Felsbrocken, dazwischen eine Villa mit Terrasse und gigantischem Ausblick. Ein wohlhabender Chinese hat sich diesen Traum mitten in Peking erfüllt, auf einem 26-stöckigen Hochhaus – und ohne Baugenehmigung, wie die in Hongkong ansässige South China Morning Post berichtete. Der Erbauer des zweistöckigen Konstrukts soll ein gutsituierter Arzt sein, dem in China angeblich mehrere Akkupunktur-Kliniken gehören.

Die Hochhaus-Felsen-Villa ist das jüngste Symbol für das wenig ausgeprägte Rechtsbewusstsein bei Chinas Reichen und Mächtigen. Dem Bericht zufolge beschwerten sich die Bewohner des Hauses im Pekinger Haidian-Viertel seit Jahren wegen des permanenten Lärms der schweren Baumaschinen, Rohrbrüche und aus Sorgen um die Statik des Gebäudes. Einige von ihnen bekamen wegen ihrer Proteste offenbar Ärger mit dem mächtigen Villen-Besitzer. Berichten zufolge wurde ein 77-jähriger Mann mehrfach zusammengeschlagen und schließlich zum Umzug gezwungen. Die Polizei schritt nicht ein.

Nun haben die lokalen Behörden dem Erbauer der Villa ein Ultimatum gestellt: Sollte er das zweistöckige Konstrukt nicht innerhalb von 15 Tagen zurückbauen, übernimmt die Stadt den Abriss. Der Beschuldigte macht sich nach Angaben der Lokalzeitung Beijing Morning News keine Sorgen über die Beschwerden.