Die beiden letzten großen Rollen von Peter Fitz waren Nathan, der weise Kaufmann, Vater und Parabelerzähler, und Octavio Piccolomini, der kaisertreue Gegenspieler von Wallenstein. Beide Rollen spielte Peter Fitz am Berliner Ensemble. Dem Nathan, den Fitz in der Peymann-Inszenierung mehr als 100 Mal spielte, gab er nicht Weisheit, sondern die Gewöhnlichkeit des Zeitgenossen. Dieser Nathan war weise aus Alltagsvernunft heraus, nicht weich, sondern spröde. Wenn er ein Kaufmann war, dann ein gewöhnlicher Handelsvertreter, kein Patriarch als Unternehmer. Auch die Ringparabel war nicht biblische Weltweisheit, sondern die Einsicht eines kleinen Mannes.

Der bei Schiller vor allem treue Octavio Piccolomini ist bei Peter Fitz ein selbstloser Staatsmann. Fitz hat ihn in der Aufführung von Peter Stein so beherrscht, fast gehemmt, mit permanent gezogener Handbremse gespielt, dass klar wurde: Dieser Mann arbeitet in höherem Auftrag, er gibt alles hin für ein geordnetes Staatswesen. Bei Fitz war der Strippenzieher kein teuflischer Staatskünstler, sondern auch hier: ein gewöhnlicher Staatsangestellter.

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