Düsseldorf - Die Essener SPD-Abgeordnete Petra Hinz will ihr Bundestagsmandat offenbar doch noch niederlegen. Sie befinde sich derzeit in stationärer Behandlung, sagte Hinz der „Westdeutschen Zeitung“ (WZ). Sie werde ihr Mandat aber niederlegen, sobald sie die Klinik verlassen könne.

Vor drei Wochen war bekanntgeworden, dass Hinz über mehrere Jahrzehnte ein Abitur und Jurastudium vorgetäuscht hat. Laut „WZ“ erhebt sie nun schwere Vorwürfe gegen den Essener SPD-Chef und NRW-Justizminister Thomas Kutschaty. Den zeitlichen Ablauf habe sie so mit Kutschaty vereinbart, wird sie zitiert. Der Minister hatte Hinz dagegen öffentlich zum sofortigen Mandatsverzicht aufgefordert. „Kutschaty hat mich endgültig zum Abschuss freigegeben“, sagte sie.

Justizminister Kutschaty widerspricht

Im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ widerspricht der Justizminister jeder Absprache: „Mit mir hat es ein solches Gespräch nicht gegeben.“ Statt Interviews zu führen, solle Hinz lieber vor einem Notar ihren Verzicht erklären.

Zweifel an Hinz’ Version weckt auch ihr Schreiben vom 20. Juli an Bundestagspräsident Norbert Lammert, das dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt und in dem sie Lammert „schnellstmöglich“ um einen Termin bittet, um ihr Mandat niederzulegen.