Pflegekosten in Berlin stark gestiegen

Pflegebedürftige in Berliner Heimen zahlen heute deutlich mehr aus eigener Tasche als noch vor einem Jahr. Zum 1. Januar wurden für Heimbewohner in ihrem ers...

ARCHIV - Eine Pflegefachkraft hilft in der ambulanten Pflege einer Frau beim Aufstehen.
ARCHIV - Eine Pflegefachkraft hilft in der ambulanten Pflege einer Frau beim Aufstehen.Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Berlin-Pflegebedürftige in Berliner Heimen zahlen heute deutlich mehr aus eigener Tasche als noch vor einem Jahr. Zum 1. Januar wurden für Heimbewohner in ihrem ersten Jahr 2383 Euro Eigenanteil fällig, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) ergab. Das waren demnach 309 Euro mehr als Anfang 2022 und entspricht einer Steigerung um fast 15 Prozent.

Der Eigenanteil sinkt mit jedem Jahr im Pflegeheim, weil die Pflegekasse einen steigenden Zuschuss an die Einrichtung zahlt. Mit 1503 Euro lag der eigene Anteil dennoch für die Höchstbezuschussten rund zehn Prozent über dem, was Heimbewohner und ihre Angehörigen Anfang 2022 gezahlt haben.

Dass der Eigenanteil so stark gestiegen ist, liegt nach den Angaben des vdek daran, dass die Beschäftigten in der Pflege inzwischen nach Tarif bezahlt werden müssen. So stiegen zwar auch die Zuschüsse an Pflegebedürftige um rund 23 Prozent - die höheren Personal- und Lebensmittelkosten konnten so allerdings nicht aufgefangen werden. Einrichtungen müssen ihre Pflegekräfte seit dem 1. September 2022 nach Tarifverträgen oder ähnlich bezahlen, um mit Pflegekassen abrechnen zu können.

Die Chefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, forderte eine „Pflegereform in einem Guss“. Nötig sei ein Finanzkonzept mit fest verankerten und dynamisierten Steuerzuschüssen.

Nach den jüngsten Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg war zum Jahresende 2021 einer von zwanzig Berlinerinnen und Berlinern pflegebedürftig. Für die Auswertung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Bundesländern ausgewertet. Die Daten beziehen sich auf Bewohner mit den Pflegegraden 2 bis 5.