Berlin - Hermann Gröhe ist kein konservativer Hardliner, vielmehr wird er für sein pragmatisches Herangehen an die Probleme im Gesundheitswesen von vielen Seiten gelobt. Doch in einem Punkt zeigte sich der Gesundheitsminister bisher sehr hartleibig: Eine Aufhebung der Rezeptpflicht für die „Pille danach“  lehnte der CDU-Politiker strikt ab, was bereits kurz nach dem Amtsantritt der großen Koalition zum Streit mit dem Koalitionspartner führte. Doch nun könnten Europäische Gremien Deutschland dazu zwingen, die „Pille danach“ doch frei zu geben. Gröhe hat daher einen Kurswechsel angedeutet. Die SPD lobt den Minister, warnt aber vor einem halbherzigen Vorgehen. 

„Wir haben jetzt endlich die Chance, die Rezeptfreiheit der „Pille danach“ auch in Deutschland durchzusetzen“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Hilde Mattheis, dieser Zeitung.  Erfahrungen in anderen Ländern zeigten, dass die „Pille danach“ dazu beitrage, Schwangerschaftsabbrüche zu verhindern. Deshalb sei die SPD schon lange dafür eingetreten, die Rezeptpflicht aufzuheben. „Frauen können die „Pille danach“ auch ohne ärztliche Verschreibung sicher und effektiv anwenden“, betonte auch ihre SPD-Fraktionskollegin Mechthild Rawert. 

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