Tokio/Pjöngjang - „Hallo. Hier ist Un A aus Pjöngjang“, sagt die junge Frau mit dem schulterlangen Haar und der kantigen Brille. An einem kahlen Schreibtisch sitzend blickt sie betreten in die Kamera. „Vor kurzem wurde mein YouTube-Kanal ‚Echo of Truth‘ gesperrt. Ohne Angabe von Gründen.“ Ehe sie in fließendem Englisch weiterspricht, holt sie tief Luft. „Das Ziel, mit dem ich diese Arbeit begonnen habe, war die Korrektur der irreführenden Informationen über mein Heimatland. Und ich dachte, ich könnte versuchen, den Menschen zu zeigen, wie es hier wirklich ist.“ Am Ende des eineinhalb Minuten langen Videos sagt sie noch: „Ich hoffe, euch bald wiederzusehen.“

Wer die vorherigen Clips dieser Vloggerin gesehen hat, erkennt sie sofort wieder, bemerkt aber auch, dass sie wie ausgewechselt ist. Bis Ende des vergangenen Jahres schlug Un A mit ihrem Kanal „Echo of Truth“ recht hohe Wellen. Um die 2,5 Millionen Videoansichten hat sie mit ihren kurzen Filmchen aus Nordkorea erzielt. Warum es den Kanal nun nicht mehr gibt, ist nicht bekannt. Ihr kürzliches Beschwerdevideo hierüber, in dem sie Google verantwortlich macht, wurde von einem Account namens „De olho na Coreia“ (Portugiesisch für: Ein Auge auf Korea) hochgeladen.

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