Preeti Shakya zeigt ein Bild von sich als Mädchengöttin Kumari. 
Foto: dpa/Anne-Sophie Galli

KathmanduDass Preeti Shakya anders sein könnte als andere Mädchen, hatten die Priester schon früh vermutet. Ihr Geburtshoroskop passte zu dem des damaligen Königs. Und sie erfüllte gut 32 der nach dem Volksglauben notwendigen Perfektionskriterien – etwa Oberschenkel wie ein Reh, eine Brust wie ein Löwe und eine Stimme wie eine Ente zu haben. Den letzten Beweis lieferte dann jene Nacht vor 19 Jahren.

Es ist dunkel, als Preeti in den Tempel gebracht wird. Nur Kerzen beleuchten schwach das Innere. Das Licht flackert unstet über abgetrennte Büffelköpfe. Und die kleine Preeti besteht den Test: Sie bleibt ruhig. Für die Priester ein eindeutiger Beweis dafür, dass sie die Verkörperung einer mächtigen Göttin im Hinduismus ist. Und so wird das Mädchen 2001 nach jahrhundertealter Tradition im Tal von Kathmandu in Nepal eine neue Kumari. Zu diesem Zeitpunkt ist Preeti drei Jahre alt.

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