Am Sonntag tritt bei der Präsidentschaftswahl in Polen Amtsinhaber Andrzej Duda (links) gegen den liberalen Herausforderer Rafal Trzaskowski an.
Foto dpa

BerlinIn Polen wird am kommenden Sonntag gewählt. Zwei Präsidentschaftskandidaten stellen sich einer Stichwahl: der amtierende Präsident Andrzej Duda, der für die national-konservative Regierung der PiS-Partei antritt, und sein Herausforderer Rafał Trzaskowski, der von der größten Oppositionspartei, der liberalen Koalicja Obywatelska (KO), nominiert wurde. Es wird sich zeigen, ob die Mehrheit des Volkes mit dem Kurs der national-konservativen PiS-Partei (Prawo i Sprawiedliwość), die im Parlament über die absolute Mehrheit verfügt, einverstanden ist.

Die meisten Prognostiker gehen davon aus, dass sich in den Wirren der Corona-Krise der amtierende Präsident Andrzej Duda knapp durchsetzen dürfte. Das hat nicht nur emotionale Gründe. Bei aller Kritik angesichts der umstrittenen Justizreform, die Duda gemeinsam mit der Regierung durchgepeitscht hat, kann das Land ökonomisch auf erfolgreiche Jahre zurückblicken. Die Wirtschaft wächst, die Löhne steigen, die Unterschiede zwischen Westeuropa und Polen verringern sich Jahr für Jahr. EU-Fördermittel werden sinnvoll eingesetzt; Straßen, Schulen, öffentliche Verwaltungen ordentlich bezuschusst. Wer heute durch Polen reist, sieht ein florierendes Land. Auch die Befürchtungen, dass die hohen Sozialausgaben der PiS-Regierung - wie die Erhöhung des Kindergeldes oder die Herabstufung des Renteneintrittsalters – einen Staatsbankrott herbeiführen würden, haben sich bislang nicht bewahrheitet.

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