Polen Rechtsextremismus: Straßenschlachten in Warschau

Warschau - Am Rande einer Großdemonstration polnischer Nationalisten ist es am Sonntag in Warschau zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Mehr als zehntausend Teilnehmer erinnerten am Nachmittag nach Angaben eines AFP-Journalisten zunächst friedlich an die Unabhängigkeit Polens vor 94 Jahren. Eine Gruppe spaltete sich dann aber ab und lieferte sich eine Straßenschlacht mit der Polizei, über hundert Menschen wurden festgenommen.

Entgegen dem Aufruf der Organisatoren zur Ruhe wichen am Nachmittag mehrere Demonstranten von der geplanten Route des Demonstrationsmarsches ab, woraufhin ihnen die Polizei den Weg versperrte und die Ausschreitungen begannen. Maskierte Demonstranten warfen mit Steinen, Feuerwerkskörpern und brennenden Fackeln nach den Polizisten.

Mindestens drei Polizisten verletzt

„Wir haben über 130 Menschen festgenommen“, sagte ein Sprecher der Warschauer Polizei. Mindestens drei Polizeibeamte seien verletzt worden, darunter eine Polizistin, die ein Flasche auf den Kopf bekommen habe. Laut der Stadt Warschau wurden 13 Menschen von Rettungskräften behandelt, fünf seien ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Die Demonstration der Nationalisten war offiziell angemeldet zur Erinnerung an die Unabhängigkeit Polens am 11. November 1918. Aus diesem Anlass fanden im ganzen Land Gedenkfeiern statt. Unter anderem nahm Präsident Bronislaw Komorowski an einer Zeremonie am Grabmahl des unbekannten Soldaten in Warschau und einem „Marsch für die Einheit“ des Landes teil. Dabei zogen mehrere tausend Menschen gegen Mittag friedlich durch die Hauptstadt. Der Aufmarsch der Nationalisten erfolgte dann am Nachmittag. (afp)