Magdeburg - Am Rande des AfD-Parteitags in Magdeburg haben Vermummente einen Taxifahrer und seine vier Fahrgäste angegriffen. Eine Polizeisprecherin schloss am Samstag einen politischen Hintergrund der Tat nicht aus.

Ein 62 Jahre alter Fahrgast wurde nach Polizeiangaben kurz nach dem Aussteigen vor einem Hotel am späten Freitagabend von acht bis zehn Vermummten bedroht. Die Baseballschläger tragenden Angreifer sollen ihn gefragt haben, ob er AfD-Mitglied sei. Einer soll ihn getreten haben.

Das Opfer stieg der Schilderung zufolge daraufhin in das Taxi zurück. Anschließend sollen die Angreifer die Heckscheibe des Taxis zerstört haben. Außerdem soll es einen Knall wie aus einer Schreckschusspistole gegeben haben. Verletzt wurde niemand. Die Angreifer flohen.

Kandidaten für die Europawahl 

Am Freitag hatte die Europawahlversammlung der AfD in Magdeburg begonnen. Bis Sonntag wollen die Delegierten die Kandidaten für die Europawahl im kommenden Mai bestimmen. In dem Hotel, vor dem es zu dem Angriff kam, waren laut Polizei möglicherweise AfD-Mitglieder untergekommen. 

Die Delegierten wollen insgesamt 40 Kandidaten für die Wahl zum Europäischen Parlament bestimmen. Am Freitagabend war Parteichef Jörg Meuthen auf den ersten Listenplatz gewählt worden. Platz Zwei ging an Guido Reil aus Nordrhein-Westfalen. Der ehemalige Essener SPD-Stadtrat bezeichnet sich selbst als „sozialpatriotisch“. Er ist Mitglied im AfD-Bundesvorstand.

Ihr Programm für die Europawahl will die AfD im Januar auf einem Parteitag im sächsischen Riesa beschließen. Für Gesprächsstoff unter den Delegierten sorgten eine Affäre um Parteispenden aus dem Ausland, die an den Kreisverband von Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel geschickt worden waren, sowie die Beobachtung von Teilen der Parteijugend durch den Verfassungsschutz. Beides wurde aber in den Reden von Vorstandsmitgliedern und Kandidaten nicht thematisiert. (dpa)