Polizisten richten ihre Waffen während eines Zusammenstoßes auf Demonstranten.
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HongkongBei den Anti-Regierungsprotesten in Hongkong ist erneut ein Demonstrant von einem Polizisten angeschossen worden. Wie Hongkongs Krankenhausbehörde am Montag mitteilte, befand sich der junge Mann in einem kritischen Zustand. Der 21-Jährige wurde am Montagmorgen in den Oberkörper getroffen.

In einer Live-Übertragung von Reuters im Youtube-Kanal von CNA war am Montagmorgen (Ortszeit) zu sehen, wie der Beamte seine Waffe zieht und versucht, an einer zuvor von Demonstranten blockierten Straßenkreuzung einen vermummten Mann festzunehmen. Ein anderer Vermummter nähert sich, der Polizist schießt ihm in die Brust. Sekunden später gibt der Polizist zwei weitere Schüsse ab und ein weiterer Demonstrant geht zu Boden. Anschließend war zu sehen, wie Beamte die beiden Männer abtransportierten. Das erste Opfer lag in einer Blutlache. Der zweite Mann war bei Bewusstsein und sprach mit den Polizisten (Wir verlinken wegen der Gewaltdarstellung bewusst nicht auf das Video, Anmerkung der Redaktion).

Proteste gegen die eigene Regierung

Seit dem Ausbruch der Anti-Regierungsproteste im Juni war es das dritte Mal, dass ein Demonstrant von der Polizei angeschossen wurde. Die Proteste hatten sich nach dem Tod eines 22-jährigen Studenten am Freitag wieder verstärkt. Der junge Mann war eine Woche zuvor beim gewaltsamen Vorgehen von Polizisten gegen Demonstranten gestürzt.

Der Vorfall am Montag ereignete sich inmitten einer Welle neuer Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Protestierenden blockierten an mehreren Orten in der Stadt Straßen, legten Feuer und warfen mit Pflastersteinen. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein.

Seit Monaten gibt es in Hongkong regelmäßig Massenproteste für mehr Demokratie und gegen den wachsenden Einfluss von Festland-China. Ausgelöst worden waren sie zunächst durch ein Gesetzesvorhaben, das erstmals auch Auslieferungen nach Festland-China ermöglicht hätte. Inzwischen fordern die Demonstranten auch die Absetzung der pro-chinesischen Führung in der Finanzmetropole und freie Wahlen.  (dpa/afp)