Meschede - Zwei Frauen werden in Meschede in Nordrhein-Westfalen Opfer eines sexuellen Übergriffs von Asylbewerbern. Die Polizei verschweigt die Attacke − selbst auf gezielte Nachfrage, berichtet die „Westfalenpost“. Die Begründung der Ermittler: Man habe aus taktischen Gründen so gehandelt.

Das war passiert:

Der Angriff passierte am 27. Dezember in der Mescheder Fußgängerzone.

Es ist ein Sonntag, nur wenige Menschen sind in der Abenddämmerung unterwegs. Die beiden jungen Frauen sind auf dem Weg von einem Club nach Hause. Dort war es zuvor zu einer unangenehmen Begegnung gekommen: „Eine Gruppe hat uns immer wieder eng angetanzt. Ich mag das überhaupt nicht. Deshalb habe ich deutlich ‘Nein’ gesagt. ‘Ich möchte das nicht!“, erzählt eines der Opfer (25).

In der Fußgängerzone kommt es Stunden später erneut zur Begegnung mit den Antänzern. Nur wenige Meter von der Haustür der 25-Jährigen entfernt passiert der Übergriff.

„Please Cigarrette“, so nähern sich die beiden Männer zuerst. Dann greifen sie plötzlich an. Sie halten die Arme der Frauen fest, betatschten ihre Brüste, versuchen, in den Schritt zu greifen.

Die Frauen sind gelähmt vor Angst. Schließlich kann sich eines der Opfer losreißen, sie eilt ihrer Freundin zur Hilfe. Die Männer flüchten, als die Frauen die Polizei rufen.

„Wir hatten nur Angst, dass die zurückkommen. Oder mitkriegen, wo ich wohne“, erzählt die 25-Jährige der Westfalenpost.

Übergriff verschwiegen

Der Fall wird bekannt −allerdings erst, als sich die Frauen an die Öffentlichkeit wenden. Gegen den ausdrücklichen Rat der Polizei. „Weil dann unangenehme Fragen kommen können“. 

War die Polizei um Opferschutz bemüht? Nein, sagen die Freundinnen. Die Polizei habe gesagt, sie fürchte negative Reaktionen aus der Bevölkerung. Die Behörde bestreitet das: Man hatte die Täter nicht aufscheuchen wollen, erklärt ein Sprecher.

Täter können sich absetzen

Doch die Taktik geht nicht auf. Schnell wissen die Ermittler zwar, dass es sich bei den beiden Angreifern um marokkanische Asylbewerber handelt. Doch die Männer (20,21) verschwinden noch in der Nacht der Attacke. Wo sie sich derzeit aufhalten, ist der Polizei nicht bekannt. (red/spuk)