Lille - In höchster Not sind in Frankreich 15 Flüchtlinge aus einem Kühl-Lastwagen gerettet worden. Nach Angaben der Feuerwehr ging am Dienstagmorgen im nördlichen Departement Oise ein Handy-Notruf ein, bei dem ein englisch sprechender Mann „mit kaum hörbarer Stimme sprach, der offenbar am Ersticken war und nicht wusste, wo er war“.

Weil die SIM-Karte aus dem Ausland stammte, konnte das Handy nicht geortet werden. Nach mehreren Telefonaten mit dem Anrufer kamen die Retter zu dem Schluss, dass er mit anderen in einem Lastwagen festsaß, der sich offenbar auf der Autobahn zwischen Lille und Paris befand. Feuerwehrleute entdeckten den Lkw schließlich auf einem Rastplatz und brachen die Tür auf.

„Drinnen waren zwischen Orangenkisten 15 Einwanderer, die keine Luft mehr hatten und allesamt an Unterkühlung litten“, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Die Männer wurden in Krankenhäuser eingeliefert.

Der Fahrer des Lkw sagte aus, er habe nicht gewusst, was sich in dem Laster befand. Er wurde festgenommen. Ende August war an einer Autobahn im österreichischen Burgenland ein Kühllaster mit 71 toten Flüchtlingen entdeckt worden. Sie stammten vor allem aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Mehrere Tatverdächtige wurden festgenommen. (afp)