Jerusalem - Angesichts der palästinensischen Protestaufrufe verstärkt Israel vor den Freitagsgebeten die Polizeipräsenz in Jerusalem. Hunderte zusätzliche Beamte seien mobilisiert worden, sagte ein Sprecher der israelischen Polizei der Nachrichtenagentur AFP. Am Freitagmorgen war die Lage in der Jerusalemer Altstadt rund um die Al-Aksa-Moschee ruhig.

Am Nachmittag werden dort tausende Muslime zum Gebet erwartet. Am Donnerstag war es wegen der Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump in den Palästinensergebieten zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und israelischen Sicherheitskräften gekommen.

Russland: Trump hat Kreml Trumpf im Nahen Osten zugespielt

Zu der Entscheidung der USA, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die Botschaft dorthin zu verlegen, schreibt die Moskauer Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag: „Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, hat zu einem Image-Verlust für Washington in der Arabischen Welt geführt. Das zeigt die Kritik aus führenden muslimisch geprägten Staaten. Experten gehen davon aus, dass die neue Position der USA die Stellung Russlands in jenen Ländern des Nahen Ostens stärken kann, in denen Moskaus Position bislang schwächer war. Trump hat dem Kreml einen Trumpf im Nahen Osten gegeben.“

Die radikalislamische Hamas rief zu einem neuen Palästinenseraufstand, der dritten Intifada, auf. Aus Sorge vor einem Gewaltausbruch verlegte die israelische Armee nach eigenen Angaben bereits hunderte zusätzliche Soldaten ins Westjordanland. (afp/dpa)