Eigentlich waren die Forscher des Pharmariesen Pfizer auf der Suche nach einem Mittel gegen Bluthochdruck. Doch die Nebenwirkungen des neuen Arzneistoffs Sildenafil erwiesen sich als wesentlich interessanter und wirtschaftlich lukrativer. Vor 20 Jahren, am 27. März 1998, ließen die Prüfer der US-Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration) die Substanz als Potenzmittel unter dem Namen Viagra zu.

Knapp ein halbes Jahr später kamen die blauen Pillen auch auf den deutschen Markt. Feministin Alice Schwarzer war empört, guter Sex habe wenig mit Schwellkörpern zu tun, Frauen hielten überhaupt nichts vom „Gerammel um jeden Preis“, Viagra sei für sie eher ein „Erotikkiller“. Die katholische Kirche bezeichnete – wie erwartet – die durch das neue Mittel erzielten „Erfolge“ als „höchst fragwürdigen Fortschritt“. Zudem: Für Frauen, die aus körperlichen Gründen keinen Spaß mehr an Sex haben, lässt ein vergleichbares Mittel weiter auf sich warten.

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