BerlinNoch ist es mit dem Impfen kaum losgegangen in Deutschland. Bisher sind nach Information des Robert-Koch-Instituts etwa 42.000 Menschen gegen das Coronavirus mit einem Wirkstoff immunisiert worden. Das ist wenig angesichts von 83 Millionen Einwohnern. Aber so ist es eben am Anfang. Ganz klein fängt es an, dann wird daraus mehr und mehr. Angesichts der riesigen Erwartungen, die schon die Entwicklung dieses Impfstoffs begleitet haben, ist allerdings eine Ungeduld spürbar, die ebenso riesig zu sein scheint wie zuvor die Erwartungen.

Gerade macht sich die Ungeduld in einer ethischen Debatte bemerkbar. Es geht um die Frage, ob Geimpften Sonderrechte zustehen sollen. Ob sie sich im Gegensatz zu allen, die weder geimpft sind noch die Krankheit durchgemacht haben, wieder frei bewegen können dürfen. Sie könnten dann ja wieder Freunde treffen. Ohne Maske einkaufen. Verreisen mit dem Flugzeug, in ferne Länder. Sofort hat man Bilder im Kopf. Kinos öffnen wieder, aber nur für Geimpfte. Es wird musiziert und gesungen, aber nur nach Vorlage eines Impfpasses mit dem entsprechenden Eintrag. Die einen tanzen, die anderen hocken im Homeoffice. Die einen gehen zur Schule oder in die Uni, den anderen bleibt der Unterricht im Videostream. Die einen feiern Karneval oder Ostern mit der Großfamilie, die anderen beißen vor Wut ins Kissen.

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