Berlin - Der Showdown mit Griechenland macht die Regierungen der anderen EU-Staaten nicht nur wegen des Euros nervös. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, hat gerade noch einmal davor gewarnt, leichtfertig über einen „Grexit“, also einen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone zu debattieren. Denn niemand könne die gesamten Folgen eines Staatsbankrotts in Athen abschätzen - die gingen über die reinen finanzpolitischen und wirtschaftlichen Aspekte hinaus.

Unsere Kommentatoren vertreten die gegenteiligen Positionen: Jochen Arntz konstatiert, es gebe Gründe, den Griechen nahezulegen, diese Eurozone zu verlassen, der sie sich politisch ohnehin kaum mehr zugehörig fühlen würden. Jetzt müsse Athen sich bewegen.

Dagegen schreibt Holger Schmale, der Ausweg aus der Dauerkrise sei kalkulierbar und bezahlbar: Ein Schuldenschnitt und ein Investitionsprogramm seien angeraten, damit Griechenland wieder atmen, wachsen und seine Schulden tatsächlich irgendwann bezahlen könne. Jetzt seien Kreativität und Kompromissbereitschaft nötig. (red,rtr)