Sie ist gerade vier Jahre alt und war schon ein Star, bevor sie in Hollywood auch nur ihren ersten Schritt tat. Jetzt gibt Vivienne Jolie-Pitt, die Tochter von Angelina Jolie und Brad Pitt, ihr Filmdebüt. Neben ihrer Mutter wird sie in Disneys „Maleficent“ das kindliche Dornröschen spielen, eine kleine Nebenrolle. Die ältere Prinzessin, die nach einem Feenfluch in einen hundertjährigen Schlaf fällt, wird von Elle Fanning verkörpert. Fanning begann ihre eigene Filmkarriere übrigens im Alter von zwei Jahren mit der Darstellung jüngerer Versionen ihrer berühmteren Schwester Dakota.

Über Hollywood, so scheint es, bricht gerade eine Welle von Kinderstar-Karrieren herein – wo man hinguckt, tummelt sich der Nachwuchs berühmter Stars auf der Leinwand. Zoe Kravitz war in „X-Men: First Class“ zu sehen und wird als nächstes in George Millers „Mad Max“-Fortsetzung mitspielen, in dem auch die Elvis-Enkelin Riley Keough auf der Besetzungsliste steht. Phil Collins’ Tochter Lily hatte zuletzt einen vielbeachteten Auftritt als Schneewittchen in „Spieglein, Spieglein“, und Michael Jacksons Tochter Paris bereitet sich derzeit auf ihre erste Filmrolle in „Lundon’s Bridge and the Three Keys“ vor. Rumer Willis, die erstmals als Siebenjährige neben ihrer Mutter Demi Moore vor der Kamera stand, will nach verschiedenen Auftritten in Filmen ihrer Eltern als nächstes in einem Independent-Film mitspielen. Und Tom Cruises Adoptivsohn Connor wird im November in dem Actionfilm „Red Dawn“ zu sehen sein.

Angelina Jolie startete mit sieben

Dass auch die Jolie-Pitt-Nachkommen eines Tages Filmrollen erhalten würden, stand nie außer Frage. Ihre Mutter Angelina ist selbst als Tochter des Hollywoodstars Jon Voight aufgewachsen, mit dem sie in „Lookin’ to get out“ als Siebenjährige erstmals vor der Kamera stand. Offen war allenfalls, in welchem Alter sich die Kinder vor die Kamera wagen würden. Viviennes Schwester Shiloh hat bereits als Zweijährige einen Kurzauftritt neben ihrem Vater in „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ absolviert. Ihre älteren Geschwister Maddox, 11, Pax, 8, und Zahara, 7, dagegen scheint es bisher nicht ins Rampenlicht zu ziehen.

Die Superstars unter Hollywoods Promikindern, Will und Jada Smiths Sprösslinge Jaden und Willow, sind gerade mal 14 und elf und bereits etablierte Größen im Showbiz. Willow, die mit sechs Jahren neben ihrem Vater in dem Kinofilm „I am Legend“ debütierte, macht seit zwei Jahren Karriere als Sängerin. Ihr Bruder Jaden hat nach seinem oscarnominierten Filmdebüt in „Das Streben nach Glück“ – da war er acht – verschiedene Rollen gespielt und wird ebenfalls in der „Mad Max“-Fortsetzung dabei sein. Die Talkmasterin Ellen de Generes scherzte gegenüber Will Smith einmal, er habe so talentierte Kinder, dass er eigentlich nie wieder arbeiten müsse. Smith gab zurück: „Ja, ich sagen ihnen hin und wieder: Euer Vater wird alt, ich reiche demnächst die Rechnungen rüber.“ Der Familienkonzern Smith dürfte mittlerweile zu den umsatzstärksten Dynastien in Hollywood zählen.

Ums Einkommen geht es den Wenigsten

Tatsächlich wird es den wenigsten Promi-Eltern ums Einkommen gehen, wenn sie ihren Nachwuchs mit aufs Filmset nehmen. Aber wie in anderen Kreisen wird der Druck, es dem Nachbarn gleichzutun, auch hier existieren – wenn die hinreißenden Kids von strahlenden Superstars plötzlich auf Leinwandgröße die Welt bezaubern, möchte man mit den eigenen nicht nachstehen. Auf der anderen Seite dürfte für die Kinder die Verlockung groß sein, mit einer Eintrittskarte nach Hollywood einmal vom Ruhm der glitzernden Showbiz-Welt zu kosten, siehe Scott Eastwood, Mamie und Grace Streep sowie Lorraine Nicholson.

Die Promis selbst beteuern meist, sie wollten ihre Kinder selbst entscheiden lassen, ob sie ins Rampenlicht treten möchten oder nicht. Lenny Kravitz sagte über die Filmkarriere seiner Tochter Zoe: „Sie macht ihrs, ich mache meins. Wir sagen uns die Meinung, aber sie berät mich stärker als ich sie, weil sie klüger ist.“ Phil Collins, der seine Tochter ebenfalls selbst ihren Weg gehen ließ, bekannte kürzlich, dass er jetzt als „der Vater von Lily Collins“ berühmt sei.

Und Brad Pitt sinnierte zuletzt über die berufliche Zukunft seiner sechs Kinder: „Ich möchte, dass sie ihren Segen finden. Was auch immer sie glücklich macht, sollen sie tun.“ Mit vier hat man freilich eine ganz eigene Vorstellung vom Glück – das Angebot, eine Prinzessin zu spielen, wird kaum eine Vierjährige ausschlagen. Aber ob das auch gleich als Ambition auf eine Filmkarriere zu werten ist? Noch ist nicht bekannt, ob Vivienne in „Maleficent“ überhaupt eine Sprechrolle haben wird.

Angelina Jolie hat einmal gesagt, sie möchte ihren Kindern ein Leben im Gleichgewicht vermitteln, das nicht nur in Hollywood stattfindet, sondern in der wirklichen Welt, im Ausland, unter normalen Menschen. „Ich hoffe, meinen Kindern mehr mitzugeben als den Wunsch, in diesem Business zu sein. Aber wenn sie das wollen, werden wir sie lassen.“

Das Publikum wird es abwarten. Und sie gegebenenfalls entzückt beklatschen.