Protesttag der Apotheken: Große Beteiligung

Bei dem Protesttag der Brandenburger Apotheken gegen geplante Honorar-Kürzungen hat es nach Angaben des Apothekerverbands eine große Beteiligung gegeben. „Wi...

ARCHIV - Ein Apothekenzeichen ist am Eingang einer Apotheke angebracht.
ARCHIV - Ein Apothekenzeichen ist am Eingang einer Apotheke angebracht.Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Potsdam-Bei dem Protesttag der Brandenburger Apotheken gegen geplante Honorar-Kürzungen hat es nach Angaben des Apothekerverbands eine große Beteiligung gegeben. „Wir gehen von 90 Prozent der Apotheken im Land aus, die dem Streikaufruf gefolgt sind und ihre Geschäfte um 12.00 Uhr geschlossen haben“, sagte Verbandsgeschäftsführer Mathias Braband-Trabandt am Mittwoch. Die Dienstbereitschaften hätten aber die notwendige Versorgung sichergestellt. Zu der Protestaktion wurde auch im Saarland, Hamburg und Schleswig-Holstein aufgerufen.

Die Apotheker wandten sich gegen die Absicht von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen das Honorar der Apotheker pro verschreibungspflichtigem Medikament zu kürzen. „Mit dem Aktionstag haben wir vor der entscheidenden Abstimmung morgen im Bundestag noch einmal ein deutliches Zeichen gesetzt“, meinte Braband-Trabandt. Er verwies auf die Energiepreise sowie andere Nebenkosten. Auch die Inflation belaste die Apotheken.

Diese Kostensteigerungen könnten zusammen mit der geplanten Honorar-Kürzung dazu führen, dass weitere Apotheken schließen müssten, weil sich das Geschäft nicht mehr lohne, warnte Braband-Trabandt. Seit der letzten Honoraranpassung im Jahr 2013 hätten bereits 22 Brandenburger Apotheken geschlossen, davon allein 12 in diesem Jahr. „Gerade in den strukturschwachen Regionen sind die Apotheken eine wichtige Anlaufstelle“, sagte der Geschäftsführer. Nach Angaben des Verbands gibt es in Brandenburg rund 560 Apotheken.