Ein Hubschrauberflug mit ihrem Sohn bringt Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) in Bedrängnis. Der 21 Jahre alte Alexander ließ sich über die Ostertage mit dem Regierungsheli nach Norddeutschland chauffieren und postete das Ganze in schönster Protzigkeit bei Instagram. Nun geht es um Beantragungen, Kostenübernahme und Vorschriften, aber auch ganz allgemein um Anstandsregeln und für wen sie gelten.

Ob nun alles seine Ordnung hatte oder nicht, Christine und Alexander Lambrecht kommen in der Familientrip-Geschichte jedenfalls nicht gut weg. Zur Verteidigung allerdings kann man anführen, dass der 21-Jährige sich in bester Gesellschaft befindet. Politikerkinder und ihre Verfehlungen – es ist eine lange Geschichte der Instinktlosigkeiten, Peinlichkeiten und Exzesse.


Was für ein Hemd! Joe Laschets wenig smarter Deal

Hach, Frauengazetten gerieten regelmäßig ins Schwärmen, wenn der Name Joe Laschet fiel. „Der deutsche Ryan Gosling“, nicht weniger sei der Sohn von Armin Laschet, der einen Instagram-Feed betreibt, der eigentlich nur ein Thema hat: Joe Laschet. Dort zeigt sich der Sohn des glücklosen Ex-Kanzlerkandidaten, der den Menschen vor allen Dingen durch sein unangemessenes Verhalten im Flutkatastrophengebiet im Gedächtnis bleiben wird, meist in zu engen Anzügen, die den 32-Jährigen um Jahrzehnte älter aussehen lassen. Der Retrolook wird gerne noch abgerundet durch eine Pfeife und eine Schiebermütze und ein immergleiches semi-smartes Grinsen.

Das half dem gebürtigen Aachener indes wenig, als bekannt wurde, dass das Land Nordrhein-Westfalen einen Deal mit der Textilfirma van Laack geschlossen hat, für die Joe Laschet warb. Zugleich hatte die Regierung seines Vaters im Jahr 2020 mehrmals Corona-Schutzbekleidung von van Laack erworben, beispielsweise Kittel in einem Wert von fast 40 Millionen Euro. Den Kontakt zwischen Land und Firma vermittelte niemand geringerer als Armin Laschets Sohn Joe.


Die Strauß-Tochter, die Masken und der Filz

Monika Hohlmeier ist die Tochter des 1988 verstorbenen früheren CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß und dessen Frau Marianne. Wie ihr Vater schlug sie eine politische Karriere ein, war Staatssekretärin in Bayern, später unter Edmund Stoiber Staatsministerin für Unterricht und Kultus, inzwischen ist sie Abgeordnete im Europäischen Parlament. Schon als Ministerin waren Krisen, Vorwürfe und Rücktrittsforderungen ihre ständigen Begleiter, 2005 musste sich Hohlmeier vor dem Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags im Zusammenhang mit parteiinternen Wahlfälschungen erklären. Unter Tränen sagte sie damals, sie habe weder Wahlfälschungen in der Münchner CSU unterstützt noch Parteikollegen erpresst.

Auf den zwischenzeitigen Rückzug folgte die Rückkehr in die Politik und bald waren auch die Skandale wieder da. Im Frühjahr 2021 wurde bekannt, dass Monika Hohlmeier in die Maskenaffäre um Georg Nüßlein verwickelt ist. Eine höchst unangenehme Filzgeschichte, wie wir uns erinnern, die davon handelt, wie CSU-Politiker und ihre Vertrauten an unmoralisch hohe Provisionen kamen. Im Untersuchungsausschuss Maske stellt sich Europapolitikerin Hohlmeier derzeit als bloße Übermittlerin dar. Sie habe „nichts zu verbergen“, sagt sie. Ein sehr beliebter Satz in Politikerkreisen.

dpa/Matthias Balk
Monika Hohlmeier zu Beginn dieser Woche in einer Sitzung des Maskenausschusses im bayerischen Landtag

John F. Kennedy Jr. und der Fluch der Familie

Man kann die Kennedys mit Fug und Recht als eine der glamourösesten Familien Amerikas bezeichnen. Und als eine der tragischsten. Nicht nur, dass John F. Kennedy 1963 ermordet wurde. Sein Sohn John F. Kennedy Jr. kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Der dritte Sohn JFKs hatte die Maschine selbst geflogen und soll damit angeblich überfordert gewesen sein. Grund war wohl die Verspätung seiner Frau Carolyn Bessette-Kennedy, die sich zuvor in New York die Zehennägel lackieren ließ. Überhaupt war die Ehe des Powercouples skandalumwittert. Wenig Liebe soll geherrscht haben zwischen dem zum „Sexiest Man Alive“ gekürten Kennedy und der als kühl geltenden Bessette, die außereheliche Affären und einen ordentlichen Kokskonsum gepflegt haben soll.

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Kamen 1999 bei einem Flugzeugunglück ums Leben: Das Powercouple der Neunziger, John F. Kennedy Jr. und seine Frau Carolyn Bessette-Kennedy.

Private und sonstige Eskapaden: Hunter Biden

Man übertreibt sicher nicht, wenn man sagt, dass Hunter Biden das Sorgenkind des amtierenden US-Präsidenten Joe Biden ist. Der Anwalt und Wirtschaftslobbyist schafft es regelmäßig in die Schlagzeilen – mit wenig rühmlichen Inhalten. Wegen eines positiven Kokaintests wurde der heute 52-Jährige 2013 aus der US-Marine entlassen, er gab damals seine Alkohol- und Kokainabhängigkeit zu. Auch privat war einiges los, was den Zeitungsboulevard erfreute: eine Scheidung, eine Beziehung zur Witwe seines Bruders, eine Affäre mit einer Stripperin, aus der ein Kind hervorging. Herrlich!

AP/Andrew Harnik
Hunter Biden, Sohn des US-Präsidenten Joe Biden

Im Dezember 2020 wurde publik, dass seit 2018 gegen Hunter Biden wegen Steuervergehen im Ausland ermittelt wird. Inzwischen verdichten sich auch Hinweise, dass der Sohn die Nähe zum Vater für Millionenbeträge verkauft hat. Ein gefundenes Fressen für rechtskonservative Medien wie Fox News, die in der Affäre Hunter Biden regelmäßig die Trommel rühren. Sie breiten Einzelheiten aus und lassen republikanische Politiker darauf reagieren. „Hunter Biden ist eine Gefahr für die nationale Sicherheit“, sagte etwa der Abgeordnete James Comer kürzlich. In jedem Fall ist der Biden-Spross eine politische Hypothek für seinen Vater.


Rüpel im Élysée-Palast: Louis Sarkozy

Es ist ja nicht so, dass Nicolas Sarkozy, der ehemalige französische Staatspräsident, nicht selbst genug Skandale an der Backe hätte. Da muss auch noch der Nachwuchs für Ärger sorgen. Der 1997 geborene Sohn Louis aus Sarkozys Ehe mit dem früheren Mannequin Cécilia Ciganer-Albéniz geriet schon früh in die Schlagzeilen. Im März 2012, da war Louis Sarkozy gerade 15 Jahre alt, bewarf er eine Polizistin zunächst mit Papierkügelchen und dann mit einer Tomate. Der französische Präsident entschuldigte sich damals bei der Frau, man darf davon ausgehen, dass es zu Hause auch noch mal eine ordentliche Ansage gab.

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Der Mann mit der Tomate: Louis Sarkozy (Mitte)

Die Polizistin, die vor dem Präsidentenpalais in Paris Wache geschoben hatte, während der Sohnemann im Hof mit zwei Freunden spielte und sich offenbar langweilte oder sich vor den Kumpels profilieren wollte, verzichtete damals auf eine Anzeige. Sarkozy senior, der damals mitten im Wahlkampf steckte, räumte später ein, Kindererziehung sei die schwierigste Sache der Welt.