Zum Auftakt des Prozesses um eine brutale Hammerattacke im Leipziger Jobcenter hat der Angeklagte am Dienstag geschwiegen. Der 34-Jährige ist vor dem Landgericht Leipzig wegen versuchten Mordes angeklagt. Er soll im Mai eine 52 Jahre alte Mitarbeiterin des Jobcenters mit einem Hammer angegriffen und schwer verletzt haben. Seine Motive waren laut Staatsanwaltschaft Wut und Rache über gekürzte Bezüge sowie Hass auf die Sachbearbeiterin. Er habe sie töten wollen. Zuvor hatte der Mann eine Arbeit als Helfer in den städtischen Grünanalagen als menschenunwürdig abgelehnt. Der Langzeitarbeitslose lag schon länger mit dem Jobcenter im Clinch.

Der Angeklagte verfolgte die Gerichtsverhandlung mit zusammengekniffenen Lippen. Das Opfer sagte als Zeugin aus, dass der Mann plötzlich mit hasserfülltem Blick in ihr Zimmer gekommen sei und mit einem in Plastikfolie gewickelten Hammer auf sie eingeschlagen habe. „Ich wollte ihm den Hammer wegnehmen. Das ist mir nicht gelungen“, sagte die 52-Jährige. Nur das beherzte Eingreifen eines anderen Jobcenter-Kunden verhinderte Schlimmeres. Der 34-Jährige ließ sich anschließend widerstandslos festnehmen.

Die Frau erlitt einen Schädelbruch und einen Bruch der Augenhöhle. Sie ist noch immer krankgeschrieben und wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung in Behandlung. „Es geht mir nicht gut“, sagte sie. Im Jobcenter wolle und könne sie nie wieder arbeiten.

Der 34-Jährige war schon vor der Hammerattacke im Jobcenter auffällig geworden. Wegen eines Pfeffersprayangriffs auf einen anderen Mitarbeiter war er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Davon wusste die 52-Jährige nach eigener Aussage jedoch nichts. Aus Datenschutzgründen dürften solche Vorfälle nicht in den Akten vermerkt werden, sagte sie. Nach dem Angriff auf die 52-Jährige zog das Jobcenter Konsequenzen und schaffte neue Alarmgeräte für die Angestellten an. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.