Prozess nach mutmaßlich rassistischem Übergriff

Gegen einen polizeibekannten Rechtsextremisten hat vor einem Berliner Gericht ein Prozess wegen eines mutmaßlich rassistischen Messerangriffs sowie weiterer ...

ARCHIV - Eine Ausgabe des Strafgesetzbuchs und der Strafprozessordnung stehen in einem Gerichtssaal.
ARCHIV - Eine Ausgabe des Strafgesetzbuchs und der Strafprozessordnung stehen in einem Gerichtssaal.Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Berlin-Gegen einen polizeibekannten Rechtsextremisten hat vor einem Berliner Gericht ein Prozess wegen eines mutmaßlich rassistischen Messerangriffs sowie weiterer Vorwürfe begonnen. Der 29-Jährige soll im Juli 2021 einen aus Jamaika stammenden Mann rassistisch beleidigt und mit einem Messer am Hals verletzt haben. Einer der beiden Verteidiger kündigte am Dienstag an, dass sich sein Mandant zu einem späteren Zeitpunkt äußern werde.

Gegen den Angeklagten, der sich von Juli bis Dezember 2021 in Untersuchungshaft befand, liegen zwei Anklagen vor, in denen es um mutmaßliche Straftaten ab September 2018 geht. In einem Fall soll der 29-Jährige im Stadtteil Neukölln mit Gleichgesinnten eine Gruppe angegriffen haben, die zuvor in einem linken Szenelokal gewesen sei. Mehrere Attackierte seien durch Schläge und Tritte verletzt worden. Im Mai 2019 habe der Angeklagte vor dem Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma den Hitlergruß gezeigt.

In der Nacht zum 4. Juli vorigen Jahres soll der 29-Jährige laut Ermittlungen zunächst eine Gruppe angesprochen haben. Als die Zeuginnen erklärten, sie würden „nicht mit Nazis chillen“, habe der Angeklagte den Hitlergruß gezeigt. Einige Stunden später sei es vor einem Imbiss zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und einem Jamaikaner gekommen. Beide hätten mit Fäusten aufeinander eingeschlagen. Danach habe der Angeklagte aufgebracht „und aus Hass gegen Menschen mit dunkler Hautfarbe“ ein Messer eingesetzt und die Halsschlagader des Opfers nur knapp verfehlt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29-Jährigen gefährliche Körperverletzung, besonders schweren Landfriedensbruch und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vor. Der Angeklagte soll laut Ermittlungen nach dem Stich von weiteren Angriffen abgesehen und eine unbeteiligte Person aufgefordert haben, die Polizei zu alarmieren. Der Prozess wird am 13. Oktober fortgesetzt.