Hamburg - Kurz nach 16 Uhr geht es nicht mehr. Die Luft steht, es ist drückend heiß, die Gedanken werden breiig und zäh. „Ich kann nicht mehr“, murmelt einer der 20 Verteidiger im Saal 337 des Hamburger Landgerichts. „Mein Kopf macht nicht mehr mit.“

Der 88. Verhandlungstag im Prozess gegen zehn Männer aus Somalia, die 2010 den Frachter „Taipan“ überfielen, neigt sich dem Ende zu. An diesem Tag hat der Zeuge Ashwin R. ausgesagt, ein 66-jähriger Fernsehjournalist der ARD. „Mein Gebiet sind Sonderthemen“, brummt der schwere Mann. „Sonderthemen“ lässt sich mit „gefährliche Weltgegenden“ übersetzen. R. sagt das so: „Afghanistan, Somalia, solche Sachen.“ Stundenlang hat das Gericht ihm zugehört. Er hat Interviews mit zwei Indern gemacht, deren Boot von Piraten gekapert wurde. Er kann womöglich Auskunft darüber geben, wer die Hintermänner sind. Ein Anwalt fragt ihn nach dem Bruder eines Angeklagten. Er will wissen, ob der Journalist dem Bundeskriminalamt gesagt habe, der Bruder sei einer der Hintermänner. „Nein“, brummt der Journalist.

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