Hannover - Wegen eines mutmaßlich islamistisch motivierten Brandanschlags steht der ältere Bruder der bereits verurteilten IS-Sympathisantin Safia S. seit Montag in Hannover vor dem Landgericht.

Der 18-jährige Saleh S. muss sich wegen versuchten Mordes verantworten, weil er am 5. Februar 2016 zwei Molotow-Cocktails in den Haupteingang eines Einkaufszentrums geworfen haben soll. Verletzt wurde niemand. Der junge Mann hatte laut Anklage beabsichtigt, möglichst viele „Ungläubige“ zu töten. Nach der Attacke soll Saleh Richtung Syrien aufgebrochen sein, um sich der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschließen, er kam aber in der Türkei in Haft.

Saleh S. drohen zehn Jahre Gefängnis

Maximal drohen dem jungen Mann zehn Jahre Gefängnis. In dem Prozess wird es auch um die Frage seiner Schuldfähigkeit gehen, er befindet sich seit dem vergangenen Jahr in der Psychiatrie.

Seine Schwester Safia (16) verurteilte das Gericht jüngst wegen einer Messerattacke auf einen Polizisten im Auftrag der Terrormiliz Islamischer Staat zu sechs Jahren Haft.

Strenge religiöse Erziehung

Saleh und Safia wurden als Kinder eines deutschen Vaters und einer marokkanischen Mutter in Hannover geboren. Die Eltern trennten sich früh, die Mutter erzog ihre Kinder nach Darstellung des Vaters streng religiös. Sie soll beide unter anderem in eine umstrittene Moschee des Deutschsprachigen Islamkreises mitgenommen haben. (dpa)