Dass das Institut, das an diesem Freitag im Herzen Berlins aus der Taufe gehoben wird, mehr sein will als eine Forschungseinrichtung, zeigt schon der prestigeträchtige Ort des Festaktes: Im Saal des historischen Humboldt-Carrés, auf halber Strecke zwischen Auswärtigem Amt und Brandenburger Tor, treffen sich 120 Gäste zur sechsstündigen Auftaktveranstaltung – darunter Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU), Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und der Ex-Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat.

Geladen hat eine Institution namens „Dialogue of Civilizations Research Institut“ – hinter der, und das macht die Sache bedeutsam, ein berüchtigter Kreml-Intimus steckt: der Putin-Vertraute, Wladimir Jakunin.

Was Jakunin in Berlin vorhat, lässt das kühl designte Einladungsschreiben nur ahnen. Von einer „Mission, den Dialog zwischen den Zivilisationen zu fördern“ ist da die Rede, „basierend auf wirtschaftlicher Entwicklung, Kultur und beidseitigen Interessen“. Pofalla und Platzeck werden in ihren Funktionen als Vorstandschefs des Petersburger Dialogs und des Deutsch-Russischen Forums als Podiumsteilnehmer angekündigt.

Doch seit die Einladungen für Stirnrunzeln im politischen Berlin sorgten, sind die hochrangigen Herren nur noch als Gäste vorgesehen.