Eine Fahne am Mahnmal in Treptow.
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Moskau - In einer Rede zum 75. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland hat Russlands Präsident Wladimir Putin einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten in Moskau niedergelegt. Die traditionelle Militärparade zum 9. Mai war wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden.

Den Sieg über Nazi-Deutschland bezeichnete Putin als "heiligen" Tag für Russland. 27 Millionen sowjetische Soldaten hätten im Zweiten Weltkrieg "das Heimatland und das Leben der folgenden Generationen gerettet, Europa befreit und die Welt verteidigt". Die im Krieg gefallenen Soldaten würdigte er mit einer Schweigeminute.

Putin äußerte sich in seiner Rede nicht direkt zum neuartigen Coronavirus, mit dem sich in Russland bereits fast 200.000 Menschen infiziert haben. Teile seiner Rede ließen sich jedoch als Anspielung auf die Pandemie interpretieren. "Unsere Veteranen haben um ihr Leben und gegen den Tod gekämpft", sagte Putin. Ihre "Geschlossenheit und ihr Durchhaltevermögen" sei in der russischen Bevölkerung verankert.

Putin rief sein Land zur Einigkeit auf. Russland sei "unbesiegbar", wenn alle Russen zusammenstünden, sagte Putin in der am Samstag im Fernsehen übertragenen Ansprache.

Nach Putins Rede flogen Kampfjets über das menschenleere Zentrum der russischen Hauptstadt und zogen die Farben der russischen Flagge in den Himmel.

Zum 75. Jahrestag des Kriegsendes war ursprünglich eine große Gedenkveranstaltung mit 15.000 Soldaten geplant, zahlreiche Staats- und Regierungschefs waren eingeladen. In seiner Rede versprach Putin, das Gedenken an den Sieg über Nazi-Deutschland werde zu einem späteren Zeitpunkt "angemessen" nachgeholt.